Teil eines Werkes 
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
Entstehung
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Der Schluß der Rede war hauptſächlich für die Kauf⸗ leute gemünzt.Wo iſt ein politiſches Uebel, behaup⸗ tete der Redner,das in einer Monarchie nicht zehnmal größer, als in einem Freiſtaate und wo ein ſolches Gut, das in einem Fürſtenſtaate nicht tauſendmal kleiner, als in einer Republik iſt? Ihr Mainzer habt zwei Flüſſe, wie ſie auf Europas Boden nirgends ſo zuſammenſtrömen, und Frankfurts niedere Ufer ſind nur vom einſamen Main beſucht: und doch meidet der millionenträchtige holländer Handel eure nähere Fürſtenreſidenz, und wirft ſich dort der entfernteren Demokratie der freien Stadt in die Arme. Habt ihr keine Augen, Kaufleute, für die holden Braut⸗ blicke der reichausgeſtatteten Freiheit? Auf denn! Rechts und links, gegen Oſten und Weſten, und beide Ufer eures Goldbaches entlang, nach Holland und der Schweiz ſind alle Augen auf euch geheftet, alle Arme flehend ge⸗ gen euch ausgebreitet und erwarten eure Entſchließung, Wohl oder Weh, Fluch oder Segen. Ihr könnt Tau⸗ ſend und Tauſend eurer Nachbarn, ja das ganze dienſt⸗ bare Deutſchland ſeinen Wütherichen entreißen, die unter⸗ drückte Menſchheit in ihre heiligen Rechte und goͤttliche Würde wieder einſetzen. O verſäumt, verträumt, ver⸗ ſchlaft den koſtbaren, unwiederbringlichen, vielleicht einzigen Augenblick nicht, dem troſtloſen Menſchengeſchlechte jenen Segen zu bringen, den nur eine Gottheit, nur die der Franken ſich erbarmende Gottheit geben konnte!

Dieſer letzte Gedanke empörte den Baron Franz Karl ſo ſehr, daß er, dem ungeſtümen Widerſpruche ſeiner Empfindungen nacbangend, im Aufruhr ſeines Gemüthes den übrigen ſtürmiſchen Schluß der Rede überhörte.