Teil eines Werkes 
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
Entstehung
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Hüte du deinen geweihten Strick und vergiß der ein⸗ geknüpften drei Knoten nicht! mahnte Garzweiler; worauf der Mönch lachend verſetzte:

Es iſt wahr, Alter! Der heilige Franz muß ſeine Söhne für ſehr vergeßlich gehalten haben, daß er ihnen die drei Gelübde der Armuth, der Keuſchheit und des Gehorſams an einem Seil um den Leib einknüpfte, wie andere Leute ſich einen Knoten ins Schnupftuch machen!

Nennſt du mit Abſicht den Gehorſam zuletzt, Hila⸗ rion?

Nein! In dieſer Reihenfolge pflegt man ſie ja ge⸗ wöhnlich zu nennen. Damit kann's Jeder halten, wie er will. Ich knüpfe die Armuth nie zu oberſt ein: ſie mag im unterſten Knoten mit dem Staube des Bodens Be⸗ kanntſchaft machen. Mein oberſter Knoten gilt dem Ge⸗ horſam!

Ganz recht, Hilarion! Dieſer Knoten berührt noch den Bauch und hält mithin zu ſeinem Herrn und Meiſter.

Schweig', du Necker! Und ſage mir lieber, ob ich die paar Tage, bis die Briefe beſtellt und beantwortet ſind, bei dir logiren kann, oder in unſer Kloſter gehen und den Quardian, Pater Timotheus Kilbert, anſprechen muß?

Du erregſt weniger Aufmerkſamkeit, wenn du im Klo⸗ ſter einkehrſt, ſagte Garzweiler, und kannſt mir dort zu⸗ gleich einen Gefallen thun, wenn du mir die Mönche ein wenig ſondirſt. Ich ſehe an deinem Beiſpiele, daß auf gefährlichen Wegen die Querſäcke der Kapuziner die ſicher⸗ ſten Felleiſen für geheime Sendungen ſind.