Teil eines Werkes 
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
Entstehung
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ſter zu Walltürn ſtand, von ſeinem Quardian, Pater Achatius Wazelhahn, dem Kurfürſten als brauchbarer und unverdächtiger Geheimbote empfohlen worden.

Garzweiler hatte ſich nicht verrechnet; es war ihm ge⸗ lungen, den fleißig trinkenden Mönch in muntere Mit⸗ theilung zu verſetzen, und durch ſteigende Verwunderung alle Schleußen des Geheimniſſes zu öffnen. Breit ausge⸗ ſtreckt im Lehnſtuhl, und den dreiknotigen Lendenſtrick um die braune Hand auf und abwickelnd, lag Hilarion da, und munterte den mäßigen Garzweiler zum Trinken auf, um ſelbſt zu trinken. Und mein Brot magſt du gar nicht verſuchen! lachte er mit behaglichem Moͤnchshumor. Nicht wahr, es iſt nicht recht ausgebacken, he? Aber, weißt du, die Briefe ſind deſto beſſer eingebacken. Das iſt die weiße Krume unter der braunen Kruſte, und wird wol den Herren geiſtlichen und weltlichen Räthen nicht unverdaulich ſein. Glaubſt du wol, daß die Herren der Einladung des Kurfürſten folgen werden? An bequemen Wohnungen wird's freilich in Milteberg fehlen, wenn die ganze Landesregierung mit Hofgericht und Hofkammer dort unterkommen ſoll. Aber du weißt, Ignaz, wie herrlich dafür die Landſchaft iſt! Und was haben ſie jetzt in Mainz? Das iſt nicht mehr das alte goldene Mainz:

das iſt das kothige Mainz. Schmutzige Soldaten und fran⸗

zöſiſcher Geſtank! Ja, man kann wohl ſagen: die Franzoſen haben euch mit der Freiheit beſch Pfui, ich habe mich geekelt. Und das will was ſagen von einem Kapuziner! lachte Garzweiler. 3 Du! drohte Hilarion. Ich meſſe dir meinen Strick an, Ermönch, der du biſt!