Teil eines Werkes 
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
Entstehung
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Wart' nur! Ich gebe den Wein dazu! ſagte Garz⸗ weiler, und zog die Schelle. Ich vergaß ganz, wie man Kapuziner behandeln muß, wenn ſie ſprechen ſollen.

Die junge Magd, die ſchon auf die Schelle abgerich tet war, kam gleich mit einer geſiegelten Flaſche und gu⸗ tem Zwieback. Garzweiler beſtellte ein Gedeck auf den Mittag für den Möͤnch. Du weißt, es iſt heut Faſttag! ſagte er. Ich kann dir keinen Braten zum Wein anbie⸗ ten. Worauf Hilarion, der Magd nachſehend, erwi⸗ derte: Ei, ei! Du machſt dir das Faſten und die Abſtinenz gar zu ſchwer, Ignaz, da du dich von ſo blühendem Fleiſche bedienen läſſeſt.

Meine Alte, verſetzte Garzweiler gleichgiltig, hat mich verlaſſen, belauſcht und belugſt. Sie iſt mit dem Adel entflohen. So vornehm war ſie durch den Bedienten des kurfürſtlichen Leibarztes geworden. Nun habe ich mir die junge, hübſche Perſon, genommen, die mehr auf den Spiegel, als auf mein Thun und Laſſen Acht gibt, und die mich bei den Franzoſen in den Arg⸗ wohn einer Herzensſchwäche bringt, dahinter ich meine Politik verbergen kann. Du ſiehſt, ſetzte er ſchlau hin⸗ zu, ich bin ganz offenherzig gegen dich. Ja, ja! Die hübſche Magd dient mir, wie dir der Querſack für ver⸗ ſtohlene Gänge.

Du warſt doch von jeher ein Pfiffikus! lachte der Mönch; machte ſich aber zugleich luſtig darüber, daß Garzweiler an dem Schäfchen, mit dem er die Franzoſen betrügen wolle, ſelbſt geſchoren werde; wobei er an den jungen Offizier im Hausärn erinnerte.