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Der Kurfürſt in Krautheim? rief Garzweiler verwun⸗
dert. Wir glaubten ihn im Eichsfelde? Niichts da, Alter! In Krautheim, auf dem dortigen Bergſchlößchen! verſetzte Hilarion. Freilich! wer hätte ſich das erwartet! Weißt du, was ich dazu geſagt habe? Krautheim, hab' ich geſagt, du geringſtes unter den Städt⸗ chen des kurmainzer Landes, du, bisher nur Unkraut, dir iſt Heil widerfahren. Euch Krautheimern, hab' ich ge⸗ ſagt, fällt vielleicht der einzige Vortheil der Einnahme von Mainz zu. Euer Oberamt, ſonſt am mainzer Hofe wenig beachtet, wird jetzt der Sitz des Hofes, und das macht euer Kraut fett! Ha, ha!
Ja, ja! verſetzte Garzweiler mit boshaftem Lächeln, die Coudenhovin ſteckt wol auch in Krautheim?
Ha, ha! lachte der Mönch und hielt ſich den ſtarken Bauch. Ich verſtehe dich, Alter: die macht's ja fett, ohne daß ſie geſchlachtet iſt. Und, hab' ich weiter den Krautheimern geſagt: Genießt eure kurze Faſtnacht; denn vielleicht kömmt eine lange Faſtenzeit, wo ihr mit Fiſch fürliebnehmen müßt und froh ſein werdet, wenn ihr noch einen guten— Salm in euer Krautheim bekommt!
Garzweiler hatte ſchnell berechnet, daß der Mönch eine geheime Sendung haben könnte, und fragte, ſeine Neu⸗ begierde unter einen Scherz verbergend, ob der Querſack ein ehrlicher Bettelſack des Kloſters ſei, oder blos als Freipaß, als guter Geleitsbrief diene.
Mit verſchlagenem Lächeln hob der Mönch den Quer⸗ ſack vom Boden auf, wählte unter den darin befindlichen Schwarzbroten ein gezeichnetes aus, und indem er es auf den Tiſch legte, bat er um ein Meſſer.


