Teil eines Werkes 
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
Entstehung
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ren Feinden. Ihr könnt denken, wie ſehr die Frankfurter im Stillen auf die Preußen hoffen, die aus der Cham⸗ pagne zurückgekommen, ſich um Montabauer zuſammen⸗ ziehen. Sie ſollen zwar ſtarke Verluſte erlitten haben, und übel zugerichtet ſein: aber man weiß, daß ſie ſich durch die Heſſen verſtärken. Hört! ſetzte er leiſer hinzu, wenn Cuſtine von Frankfurt verjagt wird, kommen die Preußen auch hierher, und es kann Denen übel auf⸗ ſtoßen, die jetzt mit den dreifarbigen Kokarden in den Club laufen. Die Preußen haben ſchlechten Champagner gefunden und die rachſüchtigſte Galle im Leib. O dieſer Leichtſinn der Mainzer! Die Kaufmannſchaft hat ſich aber ehrenwerth benommen. Wir haben die Auf⸗ foderung Cuſtine's, daß ſich die Mainzer eine ſelbſtbelie⸗ bige Regierungsverfaſſung wählen ſollen, mit einer höf⸗ lichen, aber nachdrücklichen Erklärung beantwortet, daß wir für die franzöſiſche Conſtitution nicht gemacht wären und einen deutſchen Fürſten mit Landſtänden haben wollten. Die Clubiſten wollen darüber aus der Haut fahren, und heut Abend müßt ihr jedenfalls in den Club gehen; die Sache ſoll verhandelt werden.

Eben hob im Dom die Orgel an, und der eifrige Rapallo eilte hinein, die Finger nach dem Weihwaſſer⸗ keſſel ausgeſtreckt.

Während des Seelenamtes wandelte ein Kapuziner mit Querſack und Wanderſtab durch die ſtillen Gaſſen, und fragte ſich nach der Wohnung des geiſtlichen Rathes Garzweiler zurecht. Als er dort anklopfte, vernahm er aus dem Hausärn ein weibliches Kichern und eine männ⸗ liche Stimme in gebrochenem Deutſch. Ein hübſches jun⸗