Teil eines Werkes 
Bd. 7Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 1 (1857)
Entstehung
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Der Verkehr mit dem Geſandten mußte ſehr vorſichtig geſchehen; denn ſeine Wohnung war mit Aufpaſſern der Emigrirten umſtellt, die ſeine Schritte und Beziehungen nicht aus dem Auge ließen. Villars konnte nicht aus⸗ reiten oder ſich auch nur zu Wagen ſehen laſſen, ohne von den franzöſiſchen Flüchtlingen Verhöhnungen zu er⸗ fahren, über die er ſich vergebens bei Hofe beſchwerte. Ja, ſelbſt ſeine wiederholten Klagen über Beſchimpfung der jetzigen franzöſiſchen Nationalfarben blieben ohne Erfolg.

Der Geſandte intereſſirte ſich beſonders für die Lebens⸗ verhältniſſe der Männer, die zur geheimen Verbindung gehörten. Manche Erſcheinung blieb aber dem weltklugen Manne doch lange ein Räthſel. Denn dieſe Freunde tru⸗

gen noch mehr oder weniger von den Spuren der eigen⸗

thümlichen deutſchen Richtungen an ſich, die hernach von der franzöſiſchen Revolution theils verſchlungen, theils ab⸗ gebrochen wurden. Manche hatten noch Anwandlungen von Sentimentalität, und knüpften in ihre politiſche Re⸗ den ſchöne Floskeln aus Werther oder Siegwart; ein Anderer ſchwor nicht höher als auf Lavater's Phyſiogno⸗ mik und empfahl dem Geſandten Leute auf die Bürg⸗ ſchaft ihrer Naſen und Mundwinkel. Dietler, den um ſeines franzöſiſchen Anzugs willen der Geſandte gleich in Affection genommen hatte, blieb ihm doch durch die Wun⸗ derlichkeiten ſeiner Genieſucht unbegreiflich. Profeſſor Hofmann ſchwärmte für Weltbeglückung und hatte An⸗ fälle ſtürmiſcher Gefühle der Freundſchaft und Bewunde⸗ rung. Doch ſchenkte gerade ihm der Geſandte ſehr bald das beſte Vertrauen; indem er durch die ungemeſſene