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Bürger iſt gutmüthig, ja unterthänig, und wirft keinen Fremden aus ſeinem Garten, wenn ſich der Gaſt nicht unordentlich beträgt.
Dieſe Anſpielung auf das frühere Begegniß Montle⸗ veau's im Vaurhall beſchämte den Franzoſen und brachte ihn vollends in Wuth. Er vergaß ſich ſoweit, daß er Ausfälle gegen den deutſchen Adel überhaupt that, und ihn einer niedrigen Geſinnung beſchuldigte. Dies war für Franz Karl doch zu viel: er ward heftiger, als er ſonſt gegen einen Mann geworden wäre, den er für ebenſo bornirt, als eitel kannte.— Ich will nichts von den edeln Manieren und Grundſätzen der hieſigen Emigrirten ſagen, rief er unter Anderem, denn der Kurfürſt würdigt ſie noch immer der Gaſtfreundſchaft und ſeiner großmü⸗ thigen Unterſtützung. Allein der franzöſiſche Adel an ſich hat nicht Urſache ſich über den deutſchen zu erheben. Was iſt der hohe Adel in Frankreich unter den Bourbonen ge⸗ worden? Ein langes Gefolge köͤniglicher Diener, deren Söhne nur auf die Gelegenheit warten, königliche Beamte, Soldaten, Gerichtsleute oder Geiſtliche zu werden. Was ſind, worin beſtehen ihre erhabenen Vorzüge und Ehren? In Vortritt bei Hof, Hofetikette, adeligem Waffen⸗ und Duellunterſchiede, Ahnenprobe, Ebenbürtigkeit in einem von politiſchen Rechten leeren Raum und endlich in dem hohen Privileg,— das Bürgerthum zu verachten. Wo ſind die großen Rechte Ihres hohen Adels,— ich meine genoſſenſchaftliche Rechte? Sie haben die Gunſt, keine Steuern zu bezahlen, aber nicht das Recht, dem König Steuern zu bewilligen. Sie haben den Vortheil über dem Bürger zu ſtehen: haben Sie aber auch das Recht,


