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über ihr verſchwiegenſtes Gefühl für Sie klar gemacht haben in einem Augenblicke, da ſie zugleich empfinden mußte, daß es eine ganz unerwiderte Neigung ſei. Be⸗ denken Sie, was das heißt, eine edle Seele aus dem ſü⸗ ßeſten Traum erwecken, um ihr zu verkünden, daß ſie den Gegenſtand ihres ſeligen Traums in der Wirklichkeit ver⸗ loren habe!—— Sie ſchweigen? Und geben mir alſo Recht?
Recht und Unrecht! erwiderte Franz Karl mit Gefühl. Einer der liebt, macht ſolche Verſe freilich nicht: wol aber Einer der— vielleicht Liebe ſuchte und ein Herz fand, oder zu finden glaubte, an dem ſolche Verſe ſich nicht ver⸗ fündigen konnten, und das vielmehr—
Baron! fiel Agnes ein. Ich beſchwöre Sie! Laſſen Sie die arme Joſephine nicht ahnen, daß Sie ſo von ihr denken, oder wie ich hoffe, nur einen Augenblick gedacht haben! Sie fühlt aus Ihren Reimen nur den Mangel an Liebe, aber zum Glück nicht die üble Meinung, die Sie hineingelegt haben. Gehen Sie! Schämen Sie ſich ſolcher unwürdigen Empfindungen! Eins befehle ich Ih⸗ nen: daß Sie nie gegen Joſephinen weder bereuend noch beſchönigend jener Verſe gedenken. Laſſen Sie meine Schweſter mit ihrem edlen Herzen ſelbſt fertig werden! Nur durch zarte, ſchonende Aufmerkſamkeit gegen Joſephi⸗ nen können Sie ſchweigend abbüßen, was Sie verbrochen haben, und worüber Ihnen die gute Seele leider! nicht böſe genug iſt.
Dieſe Eröffnung machte auf den jungen Freund den erſchütternden Eindruck, auf den ſie berechnet ſein mochte.
Seinem argloſen Herzen erſchien Joſebhine in einer neuen Koenig, Clubiſten in Mainz. I. 23


