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und desavouirt ſich nun ſelbſt. Nein, Baron, ich will's Ihnen ein andermal beſſer erklären.
Bei dieſen Worten nahm die Gräfin, wie zufällig, Joſephinen mit ſich in ihr Kabinet, und als der Baron um die Erklärung auf der Stelle bat, fuhr die Comteſſe fort:
Sie ſehen hier, ohne alle Verwandlung, wie liebens⸗ würdig meine Schweſter ſein kann, wenn ſie gekränkt iſt. Sie, Herr Baron, hätten mein Thema von Amors Ver⸗ wandlung nicht witziger aber viel zarter ausführen können. Die Verſe ſind charmant, aber ſie haben Joſephinen aufs Tiefſte verletzt. Im Vertrauen, lieber Wallbrun! Es ſchien mir manchmal, als ob Joſephine Ihrem Herzen eine zärt⸗ liche Empfindung abgewonnen hätte: wer aber dem ver⸗ wandelten Amor ſolche Gedanken und Wünſche in den Mund legen, ja nur einen andern Mann ſich in der Si⸗ tuation zu einer Dame denken kann, in welche Sie den Domicellar verſetzt haben, der liebt dieſe Dame nicht mit einem Funken! Das glauben Sie mir, Herr Baron!
Und als Franz Karl aus einer gewiſſen Beſchämung nichts erwiderte, ſprach Agnes weiter:
Sie haben meiner Schweſter großes Unrecht gethan, ſie blos nach ihren kleinen witzigen Koketterien zu beur⸗ theilen, die ich ſelbſt nicht immer billige. Aber Sie ha⸗ ben noch mehr Schuld! Sie haben in dem ſchönen Her⸗ zen, das Sie noch gar nicht kannten, den unglücklichſten Zwieſpalt angerichtet.
Mein Gott! Comteſſe—? rief Franz Karl, und Agnes mit beſchwichtigender Geberde fuhr fort:
Sie werden es begreifen, lieber Baron, wenn ich Ihnen ſage, daß gerade dieſe kränkenden Verſe meine Schweſter


