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ten. Franz Karl war durch Forſter's Geſpräche nach und
nach für die öffentliche Meinung intereſſirt worden, und
that durch die Augen und unvermerkt auch durch den
Sinn des älteren Freundes manchen Blick in jene Lebens⸗
kreiſe, von denen ihn ſein Stand, ſeine Stellung und
zuweilen auch überkommene Vorurtheile entfernt hielten.
Auch hier auf offener Straße ſahen wir Ruhe und Auf⸗
regung raſch in einander übergehen, bemerkte Forſter.
Ich lege übrigens darauf kein zu großes Gewicht. Die
Menge iſt ein Strom, der ſich auf der Oberfläche von jedem Wechſelwinde bewegt, mit leichten Schauerwellen treibt. Das ändert ſo leicht die Strömung der tiefen Maſſe nicht. Die Geſinnungen, die der Menſch durch Erziehung und Gewöhnung erhält, bemächtigen ſich ſeiner ſo gänzlich, daß ſie allen andern den Zugang verſperren.
Ganz beſonders iſt dies mit politiſchen Meinungen der Fall. Die Hartnäckigkeit, womit die Menſchen an ihren Verfaſſungen, Geſetzbüchern, Gerichtsformen, kurz an allen herkömmlichen Einrichtungen im Staate haften, läßt ſich nur mit der ſogenannten Kraft der Trägheit vergleichen.
Ohne vorhergegangene gewaltſame Erſchütterung nehmen die Menſchen keine neue Meinung an, und es folgt mit⸗ hin offenbar, daß der angeblichen Anſteckung mit Frei⸗ heitsgedanken ein leidender Zuſtand vorausgegangen ſein muß, wodurch dieſelbe erſt möglich ward. Daher iſt mir die Staatsweisheit unſerer großen Miniſter in Wien ſo lächerlich, die nur von einer gegen die Fürſten verſchwore⸗ nen Partei reden. Wahrlich! es muß erſt an die Men⸗ ſchen gebracht werden. Wenn aber ein Volk hungert, ſind freilich alle Magen verſchworen, ſich zu ſättigen.


