dauernd in der nun beruhigten, oder wenn man lie⸗ ber will— beſchwichtigten Societät ſeine ſtillen Kreiſe; nur daß es dem Leſer jetzt ſeine mehr ideelle Phyſiognomie zuwendete. In dieſer lag ein mildes Zulächeln des Einverſtändniſſes über eine von Autor und Leſer gemeinſam erlebte Zeit. Nun hält der Roman die Leidenſchaften und Beſtrebungen, deren Zeugen wir waren, in jener geiſtigen Ferne feſt, worin wir ſie im Zuſammenhang mit der Vergan⸗ genheit und Zukunft überſchauen und zur eigenen Be⸗ ſinnung und Belehrung in der ewigen Wahrheit ihres Rechts und in der zeitlich verſchuldeten ihres Unglücks erkennen.
Und ſo läßt ſich hoffen, daß ſolche Lectüre, ſolche poetiſche Anſchauung einer Zeit, deren unerlöſte Geiſter noch allnächtlich unſere überwachten Hütten umſchwe⸗ ben und in der hehren Zeit des— Advents über unſern Dächern brauſen werden, den bittern Mismuth unſerer Herzen beſänftigen, die verdroſſene Gleichgültigkeit unſerer Seele ermuntern werde. Was
wir erlebten, erſcheint uns da nur als die er— weiterte Wiederholung Deſſen, was uns der Ro⸗ man auf der engen Bühne eines indeß ſelbſt erloſche— nen Reichskanzlers vorführt— als eine höhere Schul⸗ elaſſe für unſere Nation zur Orientirung über die Wege ihrer Zukunft. 1 Gewiß fällt inzwiſchen den beeiferten Reactionären
und Hierarchen dieſer Tage des alten Redelehrers


