Teil eines Werkes 
Bd. 4König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 3 (1855)
Entstehung
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Bei alledem, daß Jeroͤme ſich bald wieder zu zer⸗ ſtreuen anfing undwieder luſtig zu ſein nicht vergeſſen hatte, es daher auch gern ſah, daß ſein Jugendgenoſſe, Graf Fürſtenſtein, ſeine Vermählung mit der Comteſſe Adelheid von Hardenberg mit glänzendem Aufwande be⸗ ging, hinterließ doch das heſſiſche Ereigniß, wenngleich verunglückt, doch einen nachhaltigen Eindruck auf ſein Gemüth. Er benahm ſich, wenigſtens anfangs, mit mehr Ernſt und würdiger Haltung. Die deutſche Sprache und Partei war allerdings ſeiner Gunſt nicht näher geruüͤckt; daß er aber die Bewegungen in Deutſchland fortan mehr beachtete und richtiger erkannte, bewies ein Brief, den er allerdings erſt ſpäter an den Kaiſer ſchrieb, den wir aber hier einſchalten, weil er uns aus der Betrübniß über die unglückliche Wendung der Dinge in Heſſen und in Oeſtreich prophetiſch auf die große, ſiegreiche Erhebung des ganzen Vaterlandes hinweiſt.

Jeröme ſchrieb:

Ich weiß nicht, was Ew. Majeſtät über den Geiſt in Deutſchland berichtet wird; aber wenn man Ihnen von Unterwerfung, Ruhe, Schwäche ſchreibt, ſo iſt das Lüge und Täuſchung. Die Gährung iſt auf dem höchſten Gipfel, die thörichtſten Erwartungen ſind wach; man nimmt ſich Spanien zum Beiſpiel. Wenn es zum Krieg kommt, wird alles Land von der Oder bis zum Rhein in hellen Aufruhr losbrechen. Die Verzweiflung der Völker, die nichts mehr zu verlieren haben, weil man ihnen Alles genommen hat, darf Beſorgniß erregen. Nicht blos in Weſtfalen und den Frankreich unterwor⸗ fenen Ländern iſt das Losbrechen zu fürchten, ſondern in