Teil eines Werkes 
Bd. 3König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 2 (1855)
Entstehung
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eine recht vertrauliche Stunde mit Ihnen haben, die aber kein Page belauſchte.

Gut, ich bleibe! lächelte ſie etwas befangen. Ich er⸗ warte Sie zurück, ehe ich nach Paris gehe.

Sodann, ſuhr der Freund fort, wünſchte Madame Heiſter, die Frau des Diviſionschefs bei Herrn von Si⸗ meon, Ihre Bekanntſchaft zu machen. Sie iſt eine herz⸗ liche Freundin von mir, und Sie werden eine liebe und ſchöne Frau kennen lernen, eine Frau, Cecile, wie ich mir eine Braut wünſchte. Wollen Sie, wenn ſie ſich bei Madame Simeon oder bei Ihnen anmeldet, ſie recht vertraulich empfangen?

Sie ſah ihn etwas betroffen, etwas mistrauiſch an, nickte aber ihre Zuſtimmung.

Das freut mich! rief Hermann, indem er ihre Hand an ſein Herz drückte. Ich gehe eben hin; ich bin dort eingeladen und werde ſie mit Ihrer Freundlichkeit erfreuen. Es iſt ſchon ſpät; ich muß fort, Cecile. Und. ſo leben Sie wohl! Denken Sie zuweilen an mich!

Sie reichte ihm ihre beiden Hände mit den freund⸗ lichen Worten:

Adieu, mein Herr! Glückliche Reiſe!

Dies leichte franzöſiſche Lebewohl zu ſeiner etwas ſen⸗ timentalen Stimmung, und noch mehr der Anblick des Pagenanzugs ſchreckte ihn zurück, als er eben Cecile um⸗ armen wollte. Er eilte fort, den Gang hinab, der nach der Seitenthür des Palais führte.

Die Nacht war eingebrochen, der Weg vom Palais bis an die Fuldabrücke ſehr weit, und je mehr Hermann