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Im linken Schloßflügel wurde er nach der Frieß⸗Etage gewieſen, und fand ſich nach den angeſchriebenen Namen zur Thüre zurecht, die mit„Pigault-Lebrun, lecteur de S. M. le Roi“ bezeichnet war. Auf ſein Anklopfen bellte ein Hündchen, und eine angenehme Frauenſtimme rief „Entrez!“ und wehrte dem kleinen Schreier.
Ein Dämchen lag im leichteſten Neglige anmuthig auf einem Divan und ſpielte mit einem Wachtelhündchen, das nicht ſchweigen wollte, und dem ſie, verlegen lachend, mit der kleinen Hand die Schnauze zuſammendrückte. Der unerwartete Beſuch eines ihr fremden hübſchen Mannes in Uniform ſchien doch ihre gewohnte Unbefangenheit ein wenig auf die Probe zu ſtellen. Ihre zweite Bewegung war, vom Lager herab in die Pantöffelchen zu gleiten. Da blieb aber das zu kurze und knappe Unterkleidchen ſo weit über die Waden zurück, daß ſie die kleinen Füße ſchnell wieder an ſich zog und mit einem Zipfel des Shawls zu bedecken ſuchte, in den ſie ſich von oben einwickelte.
Dies Alles geſchah ſo ſchnell und mit ſoviel lächeln— der Anmuth, daß Hermann ebenſo unbefangen lächelnd um Verzeihung bat, und nach dem Herrn Vorleſer Sr. Majeſtät fragte.
Die Schöne nahm ſeine Entſchuldigung leicht, und erklärte ſehr freundlich, Herr Pigault ſei nicht da, doch nicht weit entfernt. Er halte die Generalprobe ſeines Luſtſpiels„Les Rivaux d'eux-mêmes“ ab, das dieſen Abend zum Abſchiede der Königin gegeben werden ſollte. Sie blinzte nach einem nahen Stuhl, und bat ihn, Platz zu nehmen, Pigault würde bald kommen.


