Teil eines Werkes 
Bd. 3König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 2 (1855)
Entstehung
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Dies war mit hellblauem Sammet unter Goldleiſten be⸗ kleidet; die blauſammetnen Vorhänge, mit weißem Atlas gefüttert, hingen mit ſchweren goldenen Franſen herab. Zwiſchen den Mahagonimöbeln ſtand auf einem Theetiſche das ſeltenſte Porzellan faſt mehr zur Schau als zum Gebrauch aus. Eine prächtige Pendeluhr trug die ala⸗ baſterne Büſte des Kaiſers, von der Göttin des Sieges gekrönt, mit der doppelſinnigen Schmeichelei der Unter⸗ ſchrift:Chaque heure est marquée par la victoire.

Der König, völlig angekleidet, in der gewöhnlichen weißen Uniform, erhob ſich von dem Ruhebett und be⸗ grüßte die Eintretenden mit etwas angeſtrengter Leb⸗ haftigkeit.

Ich wollte Ihnen nur glückliche Reiſe und gute Ver⸗ richtung wünſchen, meine Herren Abgeordneten, ſagte er. Nun kann ich aber auch Ihnen, Herr Nathuſius, zugleich gratuliren: Sie haben ſich verlobt, höre ich?

Ew. Majeſtät ſind ſehr gnädig, antwortete Nathuſius. Die Sache iſt ſo neu, daß ich mich erſt heut als Bräu⸗ tigam vorſtellen darf. Ich bin ein Egoiſt, Sire; in An⸗ gelegenheiten des Königreichs hierher geſchickt, ſorge ich vor allem für mein Haus.

Ma foi, Baron Bülow, lachte Jeröme, wenn das mehr vorkommt, müſſen wir für einen Zuſatzartikel zum Wahlgeſetze ſorgen, wodurch beſtimmt wird, daß nur Ver⸗

heirathete zum Reichstag gewählt werden dürfen. Sonſt

nehmen uns die Landſtände alle e Aiebenazsiitdigen jungen Damen mit fort.

Zuſatzartikel, ja, Sire! antwortete Bülow; aber mit der weitern Beſtimmung, daß die verheiratheten Deputir⸗