Teil eines Werkes 
Bd. 3König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 2 (1855)
Entstehung
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der Liebe deuten, als Verſoöhnung, Friedensſtiftung, Uebereinkunft! Man hat des étoffes oroisées, geköperte Stoffe! Auch die Liebe iſt ja oft ein ſolcher Stoff. Für Sie, meine verehrte Freundin, iſt der Orden, von der Königin verliehen, eine Auszeichnung; für die Hof⸗

damen wird er eine Verlockung werden. Der König verleiht ihn für Damenverdienſte. Es gilt einen Frauenorden der Hieronymitinnen. Sie wiſſen

ja, die katholiſche Welt hat einen Männerorden der Hie⸗ ronymiten, der ſogenannten Einſiedler des heiligen Hiero⸗ nymus; dieſe tragen ein ſchwarzes Scapulier auf weißem Kloſtergewand. Schwarz auf Weiß iſt auch in der Liebe die beſte Verſicherung! Dies neueingerichtete Schlößchen gibt vielleicht die Einſiedelei für unſere Nonnen von den gekreuzten Schwertern. Wie? Ich bin begierig, wer Priorin werden wird!

Sie ſind ein Schalk! verſetzte die Gräfin, und lenkte nach dem Schlößchen zurück.

Wiſſen Sie ſchon, daß wir auch einen neuen Männer⸗ orden haben werden? bemerkte Bülow. Ja, einen Orden der weſtfäliſchen Krone. Er wird ebenfalls in Paris ge⸗ fertigt werden, nachdem ihn der Kaiſer geſehen hat.

Eben kam das koͤnigliche Paar wieder zurück aus dem Schlößchen, von Herren und Damen geleitet. Die Königin ſprach ſich ſehr befriedigt über die neue Einrichtung aus, während Jeröme dem Hofmarſchall einen Wink zur Tafel gab, und der Chevalier d'honneur ſich der Koͤnigin nahte, ſie zu führen.

Die Tafel war unter einem Laubgange gedeckt. Als