auf, Angſt und Unruhe bemächtigten ſich ihrer; aber ſie kehrte die Vorwürfe, die ſie ſich zu machen hatte, zuerſt gegen das Mädchen. Sie ſtieß es von ſich, indem ſie ausrief:
Warum ſind Sie nicht nach Hauſe gefahren? Sie wußten, daß mein Wagen beſtellt war!
Adele ſah die Zürnende groß an, zuerſt betroffen, dann ergrimmt.
Sie, Madame—? rief ſie aus, machen mir Vor⸗ würfe? Warum ließen Sie mich nicht in Gegenwart des Königs fortgehen? Warum hatten Sie das Rendezvous mit ihm, und mußten flüſtern und koſen, während Sie
uns da drinnen—
Sie ſchauerte bei dieſer Erinnerung zuſammen und verſtummte.
Uns? Alſo auch der Doctor iſt geblieben? fragte die Gräfin beſtürzt, verwirrt.
Nennen Sie ihn nicht! ſchrie Adele. Ich haſſe, ich verwünſche ihn— ich—
Sie eilte fort durch den Salon; die Gräfin ihr nach, faßte ſie am Arm, und ſagte leiſe, beklommen, aber mit Nachdruck und Würde:
Was es auch ſei, unglückliches Kind,— es bleibt ein Geheimniß des Boudoirs! Aber in dieſer Verwirrung, in dieſem Zuſtande konnen Sie nicht von mir nach Hauſe kommen. Hier, treten Sie an den Spiegel, ordnen Sie Ihren Spitzenkragen, glätten Sie Ihren Chignon, ſetzen Sie den Hut zurecht!
Die Gräfin half dabei dem etwas zu ſich kommenden Mädchen, deſſen Verwirrung mehr und mehr auf ſie ſel⸗


