Teil eines Werkes 
Bd. 2König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 1 (1855)
Entstehung
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ankleiden half, melde meiner Gemahlin, ich wolle ihr im

Iſt der lateiniſche Baron fort? fragte er. Ja wohl, Herr General! antwortete Hermann mit trockener Höflichkeit. Er war ſehr gekränkt. Sie müſſen ihm ein Offizierpatent auf die Wunde legen helfen.

Oho! lachte Salha. Ein ſehr geſuchtes Pflaſter, das! Die ganze heſſiſche Ritterſchaft möchte es auf ihre Lap⸗ pen ſtreichen. Aber man muß dieſen ſteifen, eingebildeten Adel kurz halten. Sie wiſſen das nicht, mein Herr! Es ſteckt ein dummer, anſpruchvoller Hochmuth in ihnen, ja ſie ſinnen auf Empörung. Ueberdies hat Se. Maje⸗ ſtät der König ein für alle mal beſchloſſen, Offtzierſtellen nur ſolchen Individuen zu ertheilen, die entweder alle militäriſchen Grade durchlaufen, oder unter Ihren Pagen geſtanden, oder in der Militärſchule ihre Bildung erhalten haben. Der lateiniſche Baron hat nichts von dem allen. Aber er iſt ein hübſcher junger Mann und kann ſich bei den Damen verſuchen. Hier bei Hofe macht man ſein Glück oft weniger durch den Degen, als— durch die Scheide. Ha, ha! Auf Ehre! Ha, ha!

Was Sie betrifft, mein Herr, Sie ſprechen das Fran⸗ zöſiſche ſehr gut. Sie haben darin einen Vorzug vor vielen heſſiſchen Baronen. Meine Tochter ſpricht auch ſchon ein wenig deutſch. Der König fragt ſie manchmal: Wie geht's, Mademoiſelle Salha? Und ſie antwortet gleich: Gut, Eure Majeſtät! O ja, Sie bekommen eine talentvolle Schülerin. Aber meine Frau will den Sprach⸗ meiſter erſt ſehen. Verſtehen Sie— ich bin Herr im Hauſe, ich; aber Das betrifft eine Sache der Tochter.

Jacot! wendete er ſich an den Bedienten, der ihn

ihr