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reich, daß er ordentlich gedankenlos ſein konnte. Schon in der Frühe des Tages hatte er den leichten, ſtudentiſchen Anzug, worin er noch ſeine Fußreiſe gemacht, nicht ohne lächelnde Rührung zuſammengewickelt, und hielt nun dem Bündel, ehe er es beiſeite legte, eine etwas übertriebene Standrede, die mit den Worten ſchloß:
Ich habe dich, Lumpenpack einer leichten luſtigen Frei⸗ heit, im wahren Sinne des Wortes— abgelaufen. Nun ſtecke ich mich in das knappe Beinkleid, das meine künftigen Schritte zügeln ſoll, und mich durch die Furcht vor unanſtändigem Platzen von allen ungemeſſenen Sprün⸗ gen abhalten wird. So komm und laß dich abbürſten, patentirter Viſitenfrack, der ſich an feuchter Nachtluft aus den Falten ſeiner Verpackung gezogen hat, um einen Bur⸗ ſchen zu ſchmücken, der ſich mit glattem Lächeln darſtellen muß, weil er dienſtbar zu werden ſucht. Wie glücklich waren doch bei den alten Römern die Candidaten, die in ihrer weißen Toga, nach der ſie eben— Weißlinge hießen, ohne Modeſten feſt auftraten und auch ohne viel Worte als Amtsbewerber ſogleich erkannt wurden. Wenn wir, auch mit modeſten Redensarten, gebückt und bettelnd, vor einflußreichen Männern erſcheinen, ſo ſieht man es unſerm Frack nicht an, ob wir kommen, uns um eine Anſtellung oder vielleicht um die Hand der Haushälterin zu bewerben oder zu Gevatter zu bitten. Vielleicht han⸗
gen ſogar bei mancher Excellenz Amt und Haushäl⸗
terin zuſammen, und die Gevatterbitte iſt dem Bewerber ſchon implicirt, präveſtinirt, und er wird dreifach beglückt.— — Der wackere Schneidermeiſter in Halle, der ſich nicht wenig darauf weiß, mit der Reſidenz, ja mit Paris, in 8


