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Sophie Printems. 2. Bd.
Entstehung
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ſtrichen waren, war es ihr unmöglich, ihr früheres Leben fortzuſpinnen.

Ein Gefühl, von dem ſie geglaubt hatte, daß es ihr würde ewig unbekannt bleiben müſſen, und das ſich ihr nur geoffenbart, um ihrer Seele Gelegen⸗ heit zu geben, ihre Selbſtverleugnung auf's Unwider⸗ leglichſte zu beweiſen, hatte ihre angeborne Menſchen⸗ liebe noch veredelt und erhöht, indem es auf das Herz zurückfiel, wo es entſtanden war. Die Liebe, die Sophie nicht für ein einziges Weſen an den Tag legen durfte, trug ſie auf alle Menſchen über.

Da ſie dem Manne, den ſie liebte, nicht ange⸗ hören konnte, ſo liebte ſie die ganze Menſchheit, der ſie angehören durfte, und fand nicht, daß dieſe un⸗ endliche Liebe zu groß wäre, um eine individuelle Liebe zu erſetzen. Da ſie nun einmal dazu geboren war, Andere glücklich zu machen und denſelben ſogar ihr eigenes Glück zum Opfer zu bringen, ſo begnügte ſich Sophie bald nicht mehr damit, die phyſiſchen oder moraliſchen Leiden, die ſie auf ihrem Lebens⸗ wege fand, zu pflegen, zu lindern, zu heilen, ſondern fing an, Alle, die da litten, aufzuſuchen.

Gleich einer himmliſchen Erſcheinung wirkte ſie überall, wo ſie ſich zeigte, beſeligend; überallhin, wo ein Schatten war, drang der Strahl ihrer chriſt⸗ lichen Liebe, und überall, wo Zweifel einen Unglück⸗ lichen umfangen hielten, wußte ſie die tröſtende Hoff⸗ nung zu wecken.

Endlich erhob Sophie dieſe tägliche, ewige Men⸗ ſchenliebe, die, ſo zu ſagen, das unerſchöpfliche Ein⸗ kommen eines geheimen Kummers war, zu einer re⸗ gelmäßigen Miſſion,— einer Miſſion, der ſie ihr

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