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Sophie wollte mit ihrer Mutter wieder das Haus bewohnen, wo wir ſie zu Anfang dieſes Buches ken⸗ nen gelernt. Alſo trennte das Glück die, welche das Unglück vereinigt hatte. Aber was macht es! Hatte doch Sophie ihre Aufgabe gelöst und alle die, welche ſie traurig und des Lebens überdrüſſig geſehen, zu glücklichen Menſchen gemacht.
Für ſich ſelbſt nahm ſie große Zufriedenheit, hohe Seelenſtärke und die Erinnerung an ein Jeder⸗ mann unbekanntes Opfer mit— ein Opfer, größer als alle diejenigen, um deren willen vier Perſonen ihr Andenken jeden Tag ſegneten.
In der That, keine Seele wußte um das einzige Geheimniß, das dieſer Engel je gehabt.
Als der Baron von der Reiſe zurückkam, auf der er ſie begleitet hatte, ſprach er, der trotz ſeiner Menſchenkenntniß und ſeiner großen Welterfahrung nichts geahnt hatte, unter Anderem zu Madame Printems:
„Wir hatten uns getäuſcht; Sophie liebte Max nicht. Da haben wir den Beweis. Nein, es iſt Sophie nicht von dieſer Welt. Unſere menſchlichen Leidenſchaften berühren ſie nicht.“
Und vielleicht hatte Herr von Merey Recht. Wir können nur ſo viel ſagen, daß Sophien, indem ſie alles Elend linderte, dem ſie auf ihrer Lebensbahn begegnete, es zur Gewohnheit, zum Bedürfniß, ja zur Leidenſchaft geworden war, Gutes zu thun,— eine Leidenſchaft, die freilich nicht von dieſer Welt iſt,— und als die holde Jungfrau ſich wieder an dem Orte ſah, wo ihr die Tage der Kindheit ver⸗


