Druckschrift 
Sophie Printems. 2. Bd.
Entstehung
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Leben lang treu bleiben wollte. Sie weihte derſel⸗ ben ihre Jugend, ihre Gegenwart, ihre Zukunft, mit einem Worte, ihr ganzes Leben, und zwar in der Art, daß ſie ſich ſelbſt die Möglicheit, dieſem Ent⸗ ſchluſſe je wieder untreu zu werden, abſchnitt. Sie legte ein feierliches Gelübde ab und nahm das Ge⸗ wand jener Schweſtern an, zu denen ſie ſchon längſt gehört hatte; ſo dehnte ſie ihre Liebe auf die ganze große menſchliche Familie aus, regelte ihre Hinge⸗ bung und heiligte die Erinnerung, welche ſie zu die⸗ ſem Entſchluſſe gebracht hatte.

Mit ihrer ſchneeweißen Kopfbedeckung, die über die bleichen Geſichter, welche ſie verhüllt, einen ſo wohl⸗ thuenden, ſo harmoniſchen Schatten verbreitet, in dem langen, grauen Gewande mit den maſſiven Falten, den weiten Aermeln und dem ledernen Gür⸗ tel, an dem ein Roſenkranz und ein Kreuz hangen, war Sophie unendlich ſchöner als ſie je geweſen, und Niemand ſah ohne Rührung, ohne Gefühle des Dankes und der Ehrfurcht die junge Frau kommen, die ernſt wie das Gebet, ruhig wie die Pflicht, poetiſch wie die Erinnerung, überall Troſt, Hoff⸗ nung, Leben ſpendete und als das ſichtbare Bild der wohlthätigen Jahreszeit erſchien, deren Namen ſie führte.

Ende.