Druckschrift 
Sophie Printems. 1. Bd.
Entstehung
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lich in der Unendlichkeit aufgehen, in rührender Weiſe zu dem Herzen, das ſie aufſucht.

Man kann, ſo man will, ſeine Gedanken wie ein Kind bei der Hand nehmen und ſie überall mitfüh⸗ ren, ohne ſich zu ermüden; man kann ſie ſogar, während man ſich unter eine Zittereſpe oder an das Ufer eines Bächleins ſetzt, gleich einem gezähmten Vögelchen überall herumſchweifen laſſen und dabei gewiß ſein, daß ſie, nachdem ſie ihren Hang zur Träu⸗ merei befriedigt, gleich der Taube von der Arche Noahs mit einem fröhlichen Oelzweige zurückkehren werden. Kurz und gut, man wird nicht abſorbirt, ſondern man abſorbirt, und aus dieſer leichten Poeſie, aus dieſem lachenden Schauſpiel entſpringt die Ruhe.

So beſchaffen war die Landſchaft, die ſich dem erwähnten weißen Hauſe gegenüber befand, das heißt, die große Ebene, wo in einer Vertiefung zwei bis drei Häuſer mit rothen Dächern ſtanden. Zwi⸗ ſchen dieſen paar Häuſern plapperte, mit den Füßen im Waſſer, eine Mühle. Dieſes hinter einer Pap⸗ pelwand wie eine Kokette hinter ihrem Fächer ver⸗ ſteckte Thälchen ſtörte allein mit ſeinem Geräuſch die allgemeine Stille, wobei wir jedoch alsbald ergän⸗ zend bemerken müſſen, daß dieſes Geräuſch ſo caden⸗

zirt, ſo periodiſch, ſo bekannt war, daß man es füg⸗

lich hätte ein melodiſches Schweigen nennen können.

Ringsumher Kleeteppiche, Kornfelder, fette Böden,

in denen der Pflug unaufhörlich wühlte, dann und wann ein Bauerhaus mit einem großen, ſonnenſchirm⸗ förmigen Baume und ſeinen Heu⸗ und Getreide⸗ ſchobern, die, eben ſo vielen um ihre Mutter herum⸗

nen Nüancen ſich abſtufen, bis ſie ſanft und fried⸗

thus Her