ſolcher Vollſtändigkeit und Ordnung darbot, daß mir nur noch die Rolle des Daguerreotypiſten blieb, der
ſein Inſtrument bloß vor einem Gegenſtande aufzu⸗
ſtellen braucht, um denſelben in einem Nu und mit unübertrefflicher Genauigkeit zu reproduciren.
Meiner Treu! ich habe es wie weiland Molière gemacht, und ich würde mich unendlich glücklich ſchätzen, wenn ich dem großen Manne in irgend einem Punkte gliche. Ich habe da genommen, wo ich etwas ge⸗ funden, und gebe nun ohne weitere Umſchweife eine Geſchichte, deren Einfachheit bis zur Naivetät geht. Intereſſirt ſie den geehrten Leſer, ſo darf er mir keinen Dank zollen; findet exr ſie aber langweilig, ſo möge die Schuld mich allein treffen.
Unſere Geſchichte ſpielt in einer Stadt des Nor⸗ dens, die wir hier nicht nennen wollen, um Niemand zu verletzen und um auf die Geſichter nicht allzu deutlich die Namen zu ſchreiben. Indeſſen wollen wir doch ſo viel ſagen, daß die fragliche Stadt eine franzöſiſche iſt, daß das Haus zwei Stockwerke, vor der Hausthüre eine Treppe mit Geländer, auf dem Dache einen Taubenſchlag hat und an ſeinen Wän⸗ den von Geißblatt überwuchert iſt, nicht unähnlich jenen Häuſern, die wir in deutſchen Romanen beſchrieben finden. Ruhig ſchlief dieſes Häuschen am Ende einer faſt verödeten Straße,— ein Umſtand, der dem Graſe es möglich gemacht hatte, üppig wuchernd zwiſchen den ungleichen Pflaſterſteinen hervorzudringen. Mor⸗ gens leckte ein großer, ſeiner Miſſion treuer Sonnen⸗ ſtrahl die weiße Wohnſtätte, wie wenn er ſie ſanft liebkoſend aufwecken wollte; dann gingen die Jalou⸗ ſien auf und drang bis zur Mittagsſtunde der ſtrah⸗
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