Erſtes Kapitel.
Man denke ſich einmal, es finde ein Bildhauer in dem Augenblicke, wo er einen Felſen nach dem Marmor durchgraben läßt, aus dem er eine Statue zu machen gedenkt, eine ſchon fertige Bildſaͤule,— eine Bildſäule, die nicht von der Hand eines frühe⸗ ren Kunſtgenoſſen, ſondern von der Hand der phan⸗ taſtiſchen Natur ſelbſt herrührt, welche, um die ewigen Uebergriffe der Menſchen zu rächen, ſich zuweilen auch gegen ſie Uebergriffe erlaubt und ganz allein thut, was ſie in ihrem Wahn ausſchließlich zu thun ſich berufen glauben; man denke ſich ferner, es huͤbe der Bildhauer nur noch ein wenig nachzumeißeln, um aus dieſem Naturwerk ein Originalwerk zu machen, ſo hat man ſich gerade das gedacht, was mir begeg⸗ net. Nicht daß ich ein Sujet geſucht hätte, denn glücklicher Weiſe brauche ich das noch nicht und ſind die Sujets noch ſo höflich, mich aufzuſuchen, wenn auch zum Theil aus Egoismus und nach Art kleiner, nackter Kinder, welche zu einem Freunde kommen, um Kleider von ihm zu betteln, damit ſie ſich vor den Leuten ſehen laſſen können,— ich ſage alſo, nicht ein Sujet ſuchte ich, wohl. aber ſtudirte ich eines, als ſich mir ein wirklicher Roman mit ſeinen That⸗ ſachen, Perſonen, Zwiſchenfällen und Charakteren in


