noch einen Schritt machend und ſich Herrn von Dikſen gerade gegenüberſtellend. Letzterem blieb nichts übrig, als ſich wieder zu ſetzen, um vor dem Tone, in wel⸗ chem die Worte des Doctors geſprochen waren, nicht rücklings zu Boden zu ſtürzen.
„Das lügen Sie!“ wiederholte Servans mit einer Energie, deren man ihn für unfähig gehalten hätte.
Der Graf gehörte zu jenen Menſchen, die in einem Kriege oder Zweikampfe ſich nicht feig zeigen, ſobald ihre Ehre oder ihre Citelkeit auf dem Spiele ſteht. Allein da, wo keine Ehre mehr iſt, iſt auch kein Muth mehr, und jene Tapferkeit ſchwand gar jämmerlich zuſammen vor dem ruhigen Geſichte des Arztes, vor dem Leichnam der entſeelten Frau und in dem Saale, wo der durch einen ſolchen falſchen Eid gröblich beleidigte Chriſtus wachte.
Es däuchte dem Grafen, es habe ſein Gewiſſen eine greifbare Form, eine wirkliche Stimme ange⸗ nommen, und ſtehe jetzt vor ihm.
„Mein Herr,“ ſetzte der Arzt hinzu,„Sie haben dieſe Frau um ihres Vermögens willen entführt; um ihres Vermögens willen haben Sie ſie gehei⸗ rathet, und um ihres Vermögens willen wollen Sie nun, daß ich ſie von den Todten wieder auferwecke. Glauben Sie denn, Gott liebe ein ſo ſträfliches Spiel und ich, der Abgeſandte Gottes, könne mich zu Ihrem Mitſchuldigen erniedrigen?“
„Und wer hat Ihnen ſolches geſagt?“ ſtammelte der Graf.
„Ein Menſch, der dem Tode zu gebieten vermag, kann der nicht auch die Vergangenheit ſprechen laſſen?
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