„Wenn man erfahren würde, was ich Ihnen geantwortet habe, Herr Doctor.“
„Man wird es nie erfahren.“
„Ach, wie gut ſind Sie, und wie ſehr liebe ich Sie!“
„Armer Francis,“ ſagte der Greis, ihn umar⸗ mend,„es iſt recht, daß Sie ſo aufrichtig gegen mich ſind.“ „Sie verzeihen mir alſo?“
„Ich wußte vorher, was Sie mir ſagen würden, und ich entſchuldigte Sie zum Voraus. Leben Sie wohl, mein Freund.“
„Wann werde ich Sie wiederſehen?“
„Bei der Beerdigung Ihres Vaters.“
„Mein armer Vater, der mich ſo ſehr liebte! Ach! was ich eben gethan, iſt ſchrecklich, und wird mein ganzes Leben vergiften.“
Mit dieſen Worten ließ der junge Mann die Stirn gegen die Wand fallen und vergoß reichliche Thränen.
„Morgen alſo,“ ſagte Doctor Servans.
„Ja morgen, Herr Doctor.“
Der Arzt verließ Francis' Zimmer, indem er ſagte:„Meine zwei erſten Verſuche ſind nicht glück⸗ lich, ſehen wir, wie der dritte ausfällt.“
„Ohl arme Mutter Hanne, das hätteſt du mir nicht geantwortet, was ich eben gehört.“
Und in tiefes Nachdenken über das Geſchehene verſunken, lenkte er ſeine Schritte dem Todtenhauſe zu.
Es waren dort nur drei Leichname:
der Magdalenens,
der des Procurators, der der Gräfin.


