Nachdem der Arzt ſich vor den beiden erſten be⸗ kreuzt und Weihwaſſer darauf geworfen, ſchritt er auf den dritten zu, neben welchem bleich und mit ſtierem Blick, als hätte er in der Unbeweglichkeit des Todes etwas Bewegliches finden wollen, Graf von Dikſen wachte.
Als dieſer den Doctor hereintreten ſah, brach er unwillkürlich in den Ausruf aus:
„Endlich! endlich!“
„Seit wie lange ſind Sie hier, Herr Graf?“ fragte Servans.
„Seit ihrem Tode,“ antwortete der Graf, auf ſeine todte Frau deutend.
„Und Sie haben ſie nicht verlaſſen?“ „Nein, ſeit zwei Tagen habe ich lediglich nichts über den Mund gebracht.“ 4
„Sie erwarteten mich?“
„Ja, Herr Doctor.“
„Gut!“
„Können Sie in dieſer Sache etwas thun?“
„Es kommt darauf an, was Sie verlangen.“
„Ich bin Gott ſo ſehr angelegen, daß er mir meine Frau zurückgeben möchte, daß ich allmählig der Hoffnung Raum gegeben, welche Sie bei mir geweckt,— der Hoffnung nämlich, daß ſie an einem dieſer drei Tage wieder lebendig werden könnte.“
„Sie haben ſie alſo wirklich geliebt?“
„Wäre ich denn hier, wenn ich ſie nicht liebte?“
„Sie haben Recht.“
„Und denken Sie immer noch ſo?“ „Warum ſollte ich denn anders denken?“
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