Seine Hände waren weiß und fleiſchig; was ſein Geſicht betrifft, ſo war es wirklich allerliebſt. Feine, lebhafte Augen, weiße Zähne, ein wohlwollendes, durchaus offenes Lächeln, ein roſenrothes Kinn, wor⸗ auf ein ſtets ſorgfältig raſirter Bart kleine blaue Töne von großer Feinheit zurückließ, fettliche Wan⸗ gen, worauf in heiterem Roth ein ruhiges Leben und ein durch geſunde und regelmäßige Nahrung ge⸗ ſund erhaltener Magen ſich abſpiegelte: das waren, wenn wir uns ſo ausdrücken dürfen, die Grundlinien des Geſichts, wenn man es genauer betrachtete. Zwar lagen auf der Stirn die Runzeln des Alters und des Studiums und waren die Haare ſchneeweiß da, wo ſie noch ſtanden; aber es war das Ohr klein und mit einem goldenen Ringe geziert,— aber es hatte das Geſicht durch die häufigen Waſchungen eine ge⸗
wiſſe jugendliche Friſche behalten; und endlich krönte
das Haupt ein ſo kokett ſitzender Hut, und ſtak der Hals in einer ſo weißen Cravate, und zeigte das Hemd einen ſo eleganten Buſenſtreif, daß man, wir wiederholen es, nicht umhin konnte, Doctor Servans gern zu ſehen und alsbald lieb zu gewinnen. Eine graue Kniehoſe, ein bald dunkelrother, bald hellgrüner, bald granatfarbiger Frack, eine geblümte Weſte, eine Taſchenuhr mit Berlocken, am kleinen Finger der linken Hand ein wunderſchöner Diamant, ein Stock mit einem Knopfe, der mit Rubinen und Türkiſen beſetzt und dem Arzte von einem dankbaren Erben geſchenkt worden war, vervollſtändigten die Erſchei⸗ nung, in der wir unſern Helden zu begrüßen haben.
Wir haben bereits weiter oben angedeutet, daß Doctor Servans und Ivarius für Leute galten, die


