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Doctor Servans : Roman / von Alexander Dumas dem Jüngeren. Aus dem Franz. von Chr. Fr. Grieb
Entstehung
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wandte, bis ein oder zwei Uhr ſitzen; ja, nicht ſelten war er Zeuge geweſen, wie der anbrechende Tag auf die düſteren Buchſtaben des Buches, worin er ſtudirte, hereinlächelte und ſeine Lampe erblaſſen machte.

Was Doctor Servans betrifft, ſo hatte er bei einem ſolchen Leben, wie geregelt dieſes immer ſein mochte, bedeutend gealtert; gleichwohl ſuchte er immer noch zu gefallen; natürlich aber war er nicht mehr jung, und bleibt auch der Rahmen ſtets neu, ſo fing doch das Bild an alt zu werden. Bei all dem war unſer Arzt ein allerliebſter Greis.

Gewöhnlich ſcheinen die meiſten Gelehrten ihren Gefallen daran zu finden, ſich mit dem Staube ihrer Bücher zu bedecken und über ihrem Studium die allernothwendigſten Pflichten des geſellſchaftlichen Le⸗ bens zu vergeſſen. Nicht ſo Doctor Servans, der, wie wir eben geſagt, immer noch zu gefallen ſuchte. Auch mußte ein Mann von ſeinem Stande natürlich mehr auf ſein Aeußeres halten als ein armer Bücher⸗ wurm, der ſeine vier Mauern nie verläßt. Für einen Kranken iſt es ſicherlich ſchon arg genug, wenn er einen alten Arzt zu ſich hereintreten ſieht; es braucht dieſer nicht auch noch ſchmierig und ſchlecht gekleidet zu ſein.

Doctor Servans war ein ſogenannter appetit⸗ licher Greis. War er auch klein von Statur, ſo hatte doch das Alter ſeinen Gliedern nichts von ihrer urſprünglichen Zierlichkeit genommen. Fuß und Bein waren bei ihm wie bei einem Hofabbé, und trug er in der Regel blaue ſchinirte Strümpfe, ſo gab es auch Tage, wo er der Verſuchung des ſeidenen Strumpfes nicht zu widerſtehen vermochte.