daß Sie mich zanken, wenn ich ihnen nicht mehr wie einſt nachkomme.“
In der That, jeden Morgen ſtand Ivarius in aller Frühe auf, um im Hauſe aufzuräumen, ſeinem Herrn die Kleider auszubürſten und ein Frühſtück zu bereiten, das er ſtets mit dem Arzte theilte, wor⸗ auf ſie mit einander auszugehen pflegten, um in der Regel Krankenbeſuche zu machen. Und allmählig hatte der Diener beim Volk eben ſo großes Zutrauen gefunden als ſein Herr ſelbſt. Dann ging Ivarius immer zuerſt wieder nach Hauſe, um das Hauptmahl zu bereiten, und nur ſelten kam es vor, daß die Bei⸗ den im Laufe des Abends bei ihrem Karten⸗ oder Schachſpiel nicht einigen Flaſchen guten Rheinweins den Hals abbrachen.
Doch trennte man ſich immer ſchon bald... Dann ſuchte Ivarius ſein Zimmer auf, das ſein Herr mit einer großen Menge Bücher bereichert hatte, während Ivarius ſelbſt mit ſeinem Lohne und den Geſchenken, die er bisweilen bekam, dieſe Bibliothek noch vermehrt hatte und fortwährend noch vermehrte. So waren die Wände allmählig hinter Büchern, Manuſcripten, Globen, ausgeſtopften Vögeln und chemiſchen Inſtrumenten verſchwunden. Auf ſei⸗ nem Zimmer angekommen, pflegte Ivarius ſich in einen großen, mit gelbem Leder überzogenen und mit Ohren verſehenen Lehnſeſſel zu ſetzen; war ſeine Lampe angezündet, ſo zog er ſeinen Frack aus, um ihn nicht unnützer Weiſe abzunützen, ſchlug neben ſeiner Lampe eines ſeiner Lieblingsbücher auf und blieb ſo, den Elbogen auf den Tiſch, den Kopf aber auf eine Hand ſtützend, während er mit der andern die Blätter um⸗


