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Doctor Servans : Roman / von Alexander Dumas dem Jüngeren. Aus dem Franz. von Chr. Fr. Grieb
Entstehung
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deren Hände ſchwielig und durch irgend eine Arbeit verhärtet ſeien; dann hatte ſich dieſe Abneigung, die anfänglich eine bloße Geſchmacksſache war, in eine unbegrenzte Achtung für dieſe Klaſſe, die er ſtudirt hatte, umgewandelt. Das Mädchen, das da arbei⸗ tete, um ihren Vater zu ernähren, die Mutter, die es ſich ſauer werden ließ, um ihren Kindern Brod zu ſchaffen, waren ihm keine Frauen mehr wie die, die er gekannt. So ſchön ſie immer ſein mochten, ſo war doch ihre phyſiſche Schönheit dem Arzte nur die nothwendige Ergänzung ihrer moraliſchen Schön⸗ heit, der herrliche Rahmen eines Heiligenbildes. Dieſe Frauen konnte er nicht lieben, nicht ſowohl, weil ſie mit grober Leinwand bekleidet waren und rauhe, harte, ſchwielige Hände hatten, als weil es ihm ſchien, daß eben dieſe Einfachheit und dieſe täglichen Mühen die Schutzengel jener armen Geſchöpfe ſein müßten, die einzig und allein in der Familie und in der Treue, die ſie den reinen Gefühlen bewahren, ihr Gluck zu finden hoffen dürfen.

Sieht man von der religiöſen und moraliſchen Seite ab, ſo muß ſelbſt dem ehrlichſten Menſchen es als das einfachſte und unſchuldigſte Ding von der Welt erſcheinen, daß eine reiche Frau ſich einen Geliebten erkürt. In der That, nimmt man einer Frau etwas, wenn man ihr einen Theil der Zeit nimmt, die ſie ihrer Toilette oder ihren Vergnügun⸗ gen widmet? Iſt es ein Verbrechen, wenn man die weißen Händchen küßt, welche das Geld hinauswer⸗ fen, ohne es erſt verdienen zu müſſen? Kann man ſagen, man betrüge eine Seele, wenn man im Leben einer müſſigen Frau die Rolle eines angenehmen