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Doctor Servans : Roman / von Alexander Dumas dem Jüngeren. Aus dem Franz. von Chr. Fr. Grieb
Entstehung
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niederſten Volksklaſſe entſproſſen, das Wiſſen der Gelehrteſten ſich zu eigen machen wollte, und dieſen Zweck auch erreichte, ohne daß er in ſeinem ganzen Leben auch nur eine ſchlechte Handlung ſich vorzu⸗ werfen hatte. Wer von dieſen beiden war den Men⸗ ſchen nützlicher und dem Herrn wohlgefälliger? Das fragte ſich Servans, und als Antwort ſagte er ſich: Der Eine iſt eine große Lehre, der Andere aber ein ſchönes Beiſpiel!

Zweites Kapitel.

Zur Zeit, wo der Arzt Ivarius kennen lernte, das heißt im Jahre 1800, hatte er bereits fünfund⸗ vierzig auf dem Rücken. Es fing der Strom des Lebens bei ihm an ruhiger zu fließen, womit wir nichts weiter ſagen wollen, als daß die wenigen Liebſchaften oder vielmehr Verhältniſſe, die er mit Weibern gehabt, bereits anfingen, in ſeinem Geiſte keinen allzu großen Raum mehr einzunehmen.

War ſchon früher die Liebe bei ihm nie zum Sturm oder zum Wahnſinn ausgeartet, ſo ward er jetzt nach Art auserwählter Naturen einzig und allein vom Studium und von der Arbeit beherrſcht.

Auch hatten die Frauen, die er geliebt, mit ihm und vielleicht noch mehr als er gealtert. Die Liebe aber, mit ihren Schatten von einſt erneuert, erſchien ihm als ein unnützes Zerrbild einer allerliebſten Sache, deren Erinnerung er unverſehrt bewahren wollte. Was neue Liebesverhältniſſe betrifft, ſo däuchte es ihm durchaus albern, von jungen Frauen