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Doctor Servans : Roman / von Alexander Dumas dem Jüngeren. Aus dem Franz. von Chr. Fr. Grieb
Entstehung
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Leidenſchaften begreifen, verſtehen, vermeiden zu kön⸗ nen, muß man ſelbſt ſie empfunden haben? Hierauf grof antworte ich, daß ich dieſes Prinzip ſchlechterdings und

leugne; von dem Augenblicke, wo man die Leiden⸗ Arz ſchaften empfunden, wird die Erfahrung, welche das Kat 1 Herz vor ihren Verheerungen ſchützen ſoll, völlig gefu

unnütz. Ein Menſch, der viel gelitten, iſt nicht ver⸗ men ſtändig, iſt nicht weiſe, ſondern bloß müde, und iſt dire . einmal das Herz abgenützt, ſo iſt es gar nicht ver⸗ gefa wunderlich, daß die Leidenſchaften ihm nichts mehr nes anzuhaben vermögen. Weiſe, verſtändig iſt nur der, die welcher bei Betrachtung menſchlichen Elends und menſch⸗ das licher Leidenſchaften nützliche Lehren für ſich daraus Ser 1 ableitet und an der bittern Enttäuſchung Anderer Bon Erfahrung lernt, gleichwie die Aerzte an Cadavern, der die ihnen völlig unbekannt ſind, den Mechanismus ſein

des Lebens lernen. Solches war Servans als Arzt und Menſch zugleich paſſirt. Mit Und dann erlangt man durch die vielfachen Täu⸗ ehe

ſchungen des Glücks und der Liebe, durch die Ereig⸗

niſſe des Herzens nichts weiter als die engherzige und

Wiſſenſchaft des Egoismus. Zur Zeit aber, wo Ser⸗ Ser vans noch jung war, hatten großartige politiſchee Geſ Ereigniſſe, hatten großartige menſchliche Leidenſchaf⸗ Arz

ten vor den Augen dieſes für die Einſamkeit einge⸗ verf nommenen Träumers, dieſes der Welt unbekannten er i Philoſophen geſpielt. Die Bewegungen eines ein⸗ die zigen Landes, die Leidenſchaften eines einzigen Vol⸗ eine kes hatten eine ganze Welt in Aufruhr verſetzt, und ſtud von ſeinem Winkel aus war Servans voller Intereſſe die jenem großen Drama gefolgt, das in Frankreich ſpielte, um

Bonaparte zum Urheber hatte und unter den freu⸗ ſche⸗