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Doctor Servans : Roman / von Alexander Dumas dem Jüngeren. Aus dem Franz. von Chr. Fr. Grieb
Entstehung
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Wollten wir aber ſagen, es ſei der Arzt dieſer Ge⸗ wohnheit in allen Augenblicken ſeines Lebens treu geblieben und es habe derſelbe dieſe Abſicht niemals vergeſſen, ſo würden wir uns einfach einer Lüge ſchuldig machen. Es lebten ſogar in dem Städtchen C. einige alte Clientinnen des Arztes, die über ſein vergangenes Leben hätten weit mehr ſagen können als wir. Jedoch war Alles ohne Scandal abgegan⸗ gen, und nicht nur galt Servans auf zehn Stunden Wegs mit Recht für den beſten Arzt, ſondern es lebte auch auf zwanzig Stunden Wegs kein ſo liebens⸗ würdiger Mann wie unſer Doctor. Trotz ſeines Alters hatte er die guten Traditionen bewahrt. Er, der Mann der Theorien, machte aus der Liebe nicht jene verheerende Leidenſchaft, die wir daraus gemacht haben. Jedes abgewickelte Liebesverhältniß ließ in ſeinem Herzen, ſelbſt in den ſtürmiſchſten Zeiten ſei⸗ ner Jugend, eine ſüße Erinnerung zurück, und ſo ungeſtüm immer die Liebe ſein mochte, die er fühlte, ſo erkannte er ihr doch nie das Recht zu, den Puder à la Maréchale, der ſeinen Kopf parfümirte, her⸗ unterfallen zu machen, oder die Manſchetten zu zer⸗ krümpeln, welche ſeine weiße Hand einrahmten. Wenn er liebte, ſo mußte es ohne Erſchütterung, ohne Mühe, ohne nachfolgende Reue geſchehen können. Er gehörte nicht zu jenen Menſchen, die ſich einer Frau aufdrängen und derſelben nur die Liebe erlau⸗ ben, die ſie zu ihnen hat. Er begriff die Verände⸗ rung und ſah dieſelbe ſogar als einen Beweis von originellem Geiſte und von guter Körperbeſchaffen⸗ heit an. In dieſem Stück war er gern Materialiſt; er gab vollkommen zu, daß das Blut auf jenen Wahn⸗