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Man brachte ein herrliches Thier herbei, deſſen Beine ſo gelenk und geſchmeidig waren wie der feinſte Stahl, und das vor lauter Jugend und Feuer zitterte.
Leonie ſchwang ſich in den Sattel.
Das Thier bäumte ſich etliche Male unter deren wohlbekannten Hand, worauf das Mädchen, von ihren zwei Dienern gefolgt, das Schloß verließ.
Als ſie etwa zweihundert Schritte weit geritten war, ließ ſie ihr Pferd einen ſcharfen Trab anſchla⸗ gen. Die beiden Diener thaten ein Gleiches, plau⸗ derten übrigens ruhig fort.
Doch es ſtand nicht lange an, ſo mußten ſie noch ein Mal ſo geſchwind reiten; denn Leoniens Trab ging mit einem Male in den raſendſten Galopp über. Sie verſchwand in einer ungeheuren Staubwolke.
„Der Teufel! Das heiße ich einmal reiten!“ ſprach einer der beiden Diener.
„Du weißt wohl, daß es dem gnädigen Fräulein Spaß macht, in geſtrecktem Galopp zu reiten.“
„Ja, aber ſie thut das ſonſt nicht in Alleen wie dieſe iſt.“
„Ja, und was hat denn dieſe Allee Beſonderes?“
„Wie! Du ſiehſt nicht, daß ſie dort unten voller Löcher iſt und daß man jeden Augenblick über Bar⸗ rieren ſetzen muß? Schau, ſchau, dort ſetzt das gnä⸗ dige Fräulein ſchon über eine.“
„Aber ſie wird ſich den Hals brechen!“
Und in der That ließ Leonie in dieſem Augen⸗ blicke ihr Pferd über eine Barriere ſetzen, die wenig⸗ ſtens fünfthalb Fuß hoch war.
„Wenn das gnädige Fräulein beim Reiten ſich
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