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führte den Beſuchenden in ein zu ebener Erde gele⸗ genes Zimmer, welches dem Prieſter gewöhnlich als Speiſezimmer diente.
Da ſaß an einem Tiſche, worauf ein ſehr fru⸗ gales Mahl ſervirt war, Herr Raynal, ein Mann von etwa fünfzig Jahren, deſſen ruhiger Blick der Rechtſchaffenheit viel verrieth. Er verzehrte eben ſein Diner, und es beſtand dieſes aus einem Eier⸗ kuchen und einem Hühnerflügel.
Die alte Haushälterin des Pfarrers, Antonette, ſtand vor dem Fenſter, bereit, ihren Herrn zu be⸗ dienen, wenn er etwas bedurfte. Sie hatte ein Kleid von gelber Leinwand an, worauf viele röth⸗ liche Blumen zu ſehen waren; ihren Kopf bedeckte eine gewaltige Flügelhaube. In dem Augenblicke, wo der Reiſende angeläutet hatte, beſſerte ſie ein Stück Wäſche aus.
Seit den zwanzig Jahren, daß ſie bei Herrn Raynal war, hatte ſie die Gewohnheit gehabt, wäh⸗ rend ſeines Eſſens in ſeiner Nähe zu arbeiten. So wurde keine Zeit verloren; und dann plauderte ſie auch mit dem Pfarrer über all' die Dinge, die zwi⸗ ſchen einem wackeren Prieſter und einer wackeren Frau etwa beſprochen werden können. 3
Der junge Mann grüßte bei ſeinem Eintreten den Pfarrer, der ſich von ſeinem Sitze erhob, um ihn zu empfangen. Der Jüngling aber, den Anto⸗ nette eingeführt, gab Herrn Raynal ein Zeichen, daß er ſich doch wieder ſetzen möchte, und ſprach zu⸗ gleich, indem er ihm den Brief überreichte, den er immer noch in der Hand hielt:


