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Diana von Lys : Roman / von Alexander Dumas dem Jüngeren. Deutsch von Chr. Fr. Grieb
Entstehung
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ihr Kopf, jener herrliche Studienkopf, wovon wir zu Anfang dieſeés Buches geſprochen, jenes reizende melancholiſche Ausſehen bekommen, das ein Seelen⸗ leiden verräth, und wobei die Seele bis an den Rand der Augenlider und Lippen tritt, wie ein zahmer Vogel, der an den Eiſenſtangen ſeines Käfigs ſich zeigt. Eines Tages ließ ſich Maximilian bei ihr melden. Aus dem Baron war unterdeſſen ein voll⸗ kommener Diplomat geworden; es hatte derſelbe ein ſchwarzes Schnurrbärtchen und einen Backenbatt nach engliſcher Art, während an ſeinem Knopfloche ein wahrer Regenbogen von Bändern zu ſehen war.

Freundlich reichte Diana ihm die Hand, ſprach aber mit ihm, wie mit einem Fremden, das heißt, ſie fragte ihn nach ſeiner Familie und ſeinen Reiſen. Der Graf und die Gräfin waren geſtorben, und Maximilian hatte, nachdem er nun gleichfalls Graf geworden, die ſtrenge Erziehung, die er erhalten, trefflich genützt, in ſo fern er bereits einen ſchönen Theil ſeines Erbes glücklich durchgebracht hatte.

Sagen Sie, Marquiſe, bemerkte Maximilian, näher zu Diana hinrückend, deren Schönheit durch einen ſanften, fortwährenden Ausdruck von Melan⸗ cholie an Poeſie gewonnen hatte,denken Sie auch noch an die Märtyrerſtraße?

Bei dieſen Worten fuhr Frau von Lys zuſammen, und es trennte ein Lächeln ihre Lippen; eine Ant⸗ wort erfolgte jedoch nicht.

Wie! Sie haben dieſelbe ſo ganz vergeſſen? fügte der junge Graf hinzu.

Ohl nein, antwortete Diana mit einem Aus⸗ drucke, der Maximilian täuſchte.