u
169
eine junge Frau eben liebt, die man kennen möchte? O nein, ich ſpreche von wirklicher Liebe.“
„Du erſchreckſt mich.“
„Scherze nicht, ich bitte Dich. Was ich da ſage, iſt ſo ernſt, als wenn es, anſtatt auf einem Balle geſprochen zu ſein, in einer Kirche geſprochen wäre. Ich liebe Dich, wie ich nie lieben zu können glaubte, und Du haſt mein Schickſal in Deiner Hand. Ver⸗ ſprich mir alſo, weder der Eigenliebe noch dem Mit⸗ leid zu folgen, wenn Du mich einmal kennſt; lieber leide ich alsbald, denn ſpäter, denn allzu ſpät. Schwör' mir alſo, daß Du offen und nur allein dem Zuge Deines Herzens folgen willſt, wozu daſſelbe immer Dir hinſichtlich meiner rathen mag.“
„Ich ſchwöre es.“
„Du verläſſeſt nun den Ball und gehſt heim?“
In einer halben Stunde bin ich wieder zu Hauſe.“
„Du willſt mir nicht nachgehen?“
Nein.“
„Morgen wirſt Du von mir Etwas bekommen,— Etwas, woran Du mich gewiß erkennen wirſt, und das Du auf jeden Fall behalten mußt als ein An⸗ denken von derjenigen, die es Dir geſchickt: ich will es.“
„Ich werde es behalten.“
„Wenn Du dann glaubſt, mich lieben zu können, ſo ſchreib mir, und zwar nur ein Wort,— das Wort Ja. Im anderen Falle brauchſt Du Nichts zu ſchreiben, und es iſt dann Alles aus.“
„Was wirſt Du dann thun?“
„Ich gehe fort, oder vielmehr, gehe wieder fort.“


