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Diana von Lys : Roman / von Alexander Dumas dem Jüngeren. Deutsch von Chr. Fr. Grieb
Entstehung
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würde, wenn plötzlich einige Zeilen von Ihnen in meine Einſamkeit drängen, und wenn Sie meinen Kummer ſo weit begriffen, daß Sie mir ſchrieben, und wären es auch nur einige Worte des Tadels.

Aubry's Brief war, wie man ſieht, etwas när⸗ riſch; als er damit fertig geworden, ſchaute er ihn an, jedoch ohne ihn noch ein Mal zu leſen. Inſtinkt⸗ mäßig fühlte er, daß, wenn er ihn noch ein Mal läſe, er ihn nicht abgehen laſſen würde; in aller Eile ſchrieb er Marcellinens Namen und Adreſſe auf den Umſchlag; dann ſiegelte er den Brief und trug ihn, trotz des ſtrömenden Regens, ſelbſt auf die Poſt, da⸗ mit er gleichſam keinen Grund mehr hätte, ihn nicht abzuſchicken.

Erſt dann, als er auf das, was er gethan, nicht mehr zurückkommen konnte, begriff er die ganze Größe ſeines Fehlers. Anfangs, als er ſich der Ausdrücke ſeines Briefes zu entſinnen ſuchte, wollte ihm ſolches nicht gelingen; wenn er ſie aber auch allmählig wie⸗ der fand, ſo mußte er ſich doch geſtehen, daß ſein Brief das Werk eines Wahnſinnigen ſei; dann ſagte er ſich auch noch, daß es gar nicht edelmüthig von ihm ſei, Marcellinen die Röthe der Scham auf die Wangen zu treiben, und ſo einen Platz einzunehmen und eine Rolle zu ſpielen in einem Liebesverhältniſſe, das ſie ſo geheim gehalten und das ſein Freund ſelbſt nicht ihm enthüllt. Und nun blieb ihm nichts Anderes mehr übrig, als auf ein Pferd zu ſpringen, nach Paris zu jagen und den Briefträger an Frau De⸗ launay's Thüre zu erwarten, um dieſen dummen Brief wieder heraus zu bekommen.

Unterdeſſen war der Brief auf dem Wege nach