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wirrten ſich die Buchſtaben, Geſtalt und Sinn zu⸗ gleich verlierend, in der Unbeſtimmtheit ihres Blickes. Nun warf die Marquiſe den Kopf zurück und ſtützte ihn auf ihren weißen runden Arm; eine ſüße Träu⸗ merei bemächtigte ſich ihres Geiſtes, und einige Augenblicke darauf fiel, ohne daß ſie ſelbſt es gewahr wurde, das Buch auf den Teppich.
Diana ſchlief.
Unterdeſſen war Frau Delaunay wieder nach Hauſe gekommen, nachdem ſie den Brief ihrer Freun⸗ din ganz einfach in eine Brieflade geworfen.
Frau Delaunay war mit Diana in einem und demſelben Penſionate geweſen, und es hatte Letztere für ihre Kamerädin, wie ſie eben ſelbſt ihr wieder geſagt, eine jener erſten Zuneigungen empfunden und bewahrt, welche die Welt trotz ihrer Gewohn⸗ heiten und Anforderungen nicht zu zerſtören vermag. So kam es, daß die Marquiſe, als ſie Briefe zu bekommen hatte, die ſie daheim nicht vor Jedermann zu empfangen wagte, zu der verſchwiegenen Freund⸗ ſchaft Marcellinens ihre Zuflucht nahm. Nicht als ob die Marquiſe vor der Eiferſucht oder dem Zorne des Marquis Furcht gehabt hätte,— ſie wußte, was ſie hievon zu halten hatte; gleichwohl vermöchte Nie⸗ mand im Voraus anzugeben, was aus einem Brief Alles entſtehen kann, und ſo war dieß denn für Diana ein weiterer Grund, lieber eine Freundin, als
eine Perſon von ihrer Dienerſchaft in's Vertrauen
zu ziehen. Anfänglich hatte ſie Frau Delaunay ge⸗ ſagt, es kämen dieſe Briefe von einer Verwandten, die ihrem Gatten unangenehm wäre; ſodann hatte ſie ihr die Wahrheit zugeſtanden, das heißt, daß


