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ſah Marcelline, auf die Fenſterbrüſtung geſtützt, den Abendſpaziergängern zu, wie ſie vorübergingen.
ſaach Verfluß von einigen Minuten war Diana wieder bei ihrer Freundin.
„Er iſt geſchrieben,“ ſprach ſie.
„Darf man ſehen, was darin ſteht?“
„Ja, Du mußt mir ſagen, ob es ſo recht iſt.“
„Sie ſtaunen über mein Schweigen,“ las die Marquiſe;„Sie ſollten aber einſehen, daß eine Frau nicht gern auf einen erſten Brief antwortet, insbe⸗ ſondere dann nicht, wenn dieſer Brief ſolche Dinge enthält wie der Ihrige. Ich will gern glauben, was Sie mir ſagen; indeſſen ſcheint es mir, trotzdem daß es mir ein gewiſſes Vergnügen machen würde, Sie zu ſehen, ganz und gar unmöglich, daß wir einander an einem anderen Orte treffen, als in meinem Hauſe, wo ich Ihnen die Unterredung verſprechen könnte, um welche Sie mich bitten, da meine Thüre Allen denen offen ſteht, die an dieſelbe klopfen. Haben Sie gleichwohl etwas Phantaſie, dann habe ich viel⸗ leicht etwas Nachſicht.“
„Wie findeſt Du das?“
„Gut genug für das, was es iſt.“
„Es iſt alſo Nichts mehr übrig, als den Brief zu ſiegeln.“
Diana ſiegelte ſofort das Billet, ſchrieb die Adreſſe darauf und gab es ihrer Freundin in die Hände mit den Worten:
„Wirf es in die Brieflade, wenn Du von hier weggehſt.“—
„Das will ich eben jetzt thun,“ antwortete Mar⸗ celline,„mein Mann wartet daheim auf mich.“


