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ja von den Höhen ihres Hochmuths herabſteigen müßte; mit einem Worte, weil ſie nicht zu lieben verſtände und bei dieſem Geſchäfte ſich recht linkiſch zeigen würde.
Die Marquiſe Diana von Lys, unſere Heldin, war nun eine von dieſen Frauen. Um die Stunde, wo wir ihre Bekanntſchaft machen, ſaß ſie am Fen⸗ ſter, in einem allerliebſten Boudoir des von ihr be⸗ wohnten, auf dem Kai Voltaire gelegenen Hotels; ſie hatte eben ein Buch auf den Knien liegen und feilte an ihren roſenrothen Nägeln. Woran ſie dachte, hätte wohl ſchwerlich Jemand errathen; vielleicht daß ſie ſelbſt es nicht wußte. b
Es war dieß im Monat September, und es mochte acht Uhr Abends ſein.
Die Marquiſe lag alſo dem eben beſagten Ge⸗ ſchäfte ob, als ein Diener die Thüre des Boudoirs öffnete und Madame Delaunay meldete.
Sofort kam eine allerliebſte Frau zum Vorſchein, die, in einem Alter von etwa dreißig Jahren ſtehend, mit blonden Haaren braune und unendlich ſanfte Augen verband, einfach und doch elegant, wie man zu ſagen pflegt, gekleidet war, und in ihrer ganzen Erſcheinung jenes gewiſſe Etwas hatte, das ein ruhi⸗ ges, durchſichtiges, regelmäßiges eheliches Leben verräth.
„Ahl Du biſt es, Marcelline?“ ſprach die Mar⸗ quiſe zu der jungen Frau.„Wie ſchön, daß Du kommſt! Ich langweile mich entſetzlich.“
„Wo iſt der Marquis?“
„Weiß ich es denn?“
„Wie Du doch das ſagſt!“


