wir wiſſen noch nicht, mit welchem Rechte, behaup⸗ tete, Siegbert Wildungen wäre die Veranlaſſung die— ſer Reiſe. Aber Anna von Harder hatte den Einfluß, den ihr die Fürſtin auf ſich zugeſtand, ſelbſt dahin be⸗ nutzt, ihr dieſe Reiſe anzurathen, ihr ſogar Paris als künftigen Aufenthaltsort umſomehr vorzuſchlagen, als die Gräfin d'Azimont wieder aus Italien zurück war, in Paris lebte und es ſich ihrem verſöhnlichen Herzen als eine Möglichkeit einſchmeichelte, dieſe Schweſtern würden ſich eher verſöhnen, als es ihr mit der ih⸗ rigen, Paulinen, möglich war. Und Olga hatte ſie für ſich behalten. Jetzt vollends, wo Olga Liebe, Schonung, Pflege verlangte! Olga war von einer Reizbarkeit der Nerven, die die Mutter nimmermehr würde geſchont haben. Adele war ergebener gewor⸗ den, beruhigter durch Anna; ſie hatte ſich den jüngern Kindern angeſchloſſen, aber vom Herzen kam ihr der pflegende Muttertrieb nicht. Wie hätte ſie Geduld gehabt mit Olga, die jetzt Geduld bedurfte! Im Laufe des Sommers kehrte Dyſtra, der in ſeiner Gewiſſens⸗
pflicht, Olga zur Gattin zu wählen, von dem ſich be⸗
herrſchenden Siegbert nicht gehindert wurde, vom Tempelſtein, der im großartigſten Style hergeſtellt wurde, nach der Reſidenz zurück und ſah nun Olga zuweilen. Er hatte von ihrem ſo plötzlich verwandel⸗


