Teil eines Werkes 
9. Bd. (1852)
Entstehung
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Bild einer ſüdlichen Schönheit, die von unſrer nor⸗ diſchen wespenartigen Grazie kein Merkmal hat. In dichten Flechten war das ſchwarze Haar im Nacken feſtgebunden ohne Gefallſucht. Ihr ganzes Weſen ſchien innerlich und nur zu ſehr vergeiſtigt, nur zu ſehr der Wirklichkeit entrückt, von der man nicht wußte, verachtete oder bemerkte ſie ſie nur nicht. Das Weſen Olga's ſeit ihrer Rückkehr von Wien, bis wohin ihr Rudhard im Frühjahr entgegengereiſt war, hatte ſich als das ſeltſamſte von der Welt an gekündigt. Ihren Briefen zufolge hätte man die leb⸗ hafteſte Empfänglichkeit für alle ihre Umgebungen, ein gewiſſes Aufthauen aus ihrer früheren oft eiſigen Le⸗ thargie, eine große Luſt der Mittheilung erwarten ſollen. Von dem Allen fand ſich nichts. Olga war nicht nur ganz in ihre frühere träumeriſche Art zurück⸗ geſunken, ſie war viel weiter zurückgegangen, ſie zeigte einen apathiſchen Zuſtand, der an Starrheit grenzte. Sie war krank, nervenkrank. Sie litt an ſich ſelbſt, ohne ſich in ihrem Schmerze äußern zu können. Sie bot einen erſchreckenden Anblick. Schön, feſſelnd, träumeriſch, in jeder Beziehung ein weibliches Ideal, entſetzte an ihr eine tödtliche Kälte, die faſt wie ein Krampf, wie eine Starrſucht zu nehmen war. Rud⸗ hard brachte ſie ſo von Wien zurück. Sie hatte die