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Ich mache mir Vorwürfe, daß ich viel zu oft unter meinen Windharfen ſaß und mich zur Sklavin ihrer traurigen Töne machte! Dann und wann! Wenn die Seele nicht übervoll, ſondern wenn ſie leer iſt! Wenn die Alltäglichkeit uns übermannt, das tiefſte Leid, die heiligſte Pflicht vergeſſen iſt, dann ein ſol— cher Akkord und gleich haben wir uns wieder gefunden! Ich würde nicht immer in den Büchern über Italien leſen, um mich in Italien heimiſch zu fühlen. Ich würde vorziehen, der Gegenwart, der nächſten Um⸗ gebung anzugehören und dann und wann plötzlich ei⸗ nen Lichtſtreifen, einen ſolchen goldnen, daß er gleich ganz Rom und alle Seen des Südens uns vorzau— bert, über mich fallen laſſen. An einen einzigen Licht⸗ ſtrahl knüpft ſich eine ganze Welt! Ich brauche nur einen gewiſſen Akkord zu hören und gleich weckt er mir eine ganz beſtimmte Empfindung. Ich ſchlage auf dem Klavier einige Töne in A-Moll an und ich ſehe gleich aus den Fluthen und Nebeln ein wunder⸗ bares Eiland ſteigen, das Land meiner Jugend, mei⸗ nes Glückes, meiner ſeligſten Hoffnungen. Faſt glaub' ich, daß das Uebermaaß der in dieſen Ton ge⸗ ſetzten Rhythmen das Bild verſcheucht, den Zauber der Erinnerung abſtumpft. Ich bin viel zufriedener mit mir, ſeit ich Pflichten der Gegenwart habe und


