Teil eines Werkes 
9. Bd. (1852)
Entstehung
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pfindungen unterbrechend, wie gut es unſer armer Lakai meint! Der gute Vogel! Sein Tanzen iſt keine angeborne Freude. Großpapa kaufte ihn von einem Vogelabrichter, der das arme Thier zum Tän⸗ zer für Jahrmärkte gezogen hatte. Auf einen Fuß⸗ boden von heißen Blechplatten hatte er das Thierchen, als es jung war, eingeſperrt. Entſetzt von der Hitze, die ſein an Sümpfe und Moor gewöhnter Fuß nicht verträgt, fing es an zu hüpfen und hüpfte und hüpfte ſo lange, bis es nicht mehr gehen konnte. Armer Schelm, wie bin ich froh, wenn ich dich vor wirkli⸗ cher Freude tanzen ſehe und nicht an die glühenden Kohlen denken muß, die deinen Schmerz zu einer nur ſcheinbaren Freude machten!

In die ernſten, faſt unbeweglich ſtarren Züge des jungen Mädchens ſchlich ſich bei dieſen Worten jetzt ein außerordentlich feines, faſt bittres Lächeln. Es war als wollte ſie ſagen: Das iſt die Luſtigkeit der Weltbildung, des Zwanges, der Konvenienz! Das ſind die Bewegungen des ſcheinbaren Tanzes, die nur von den brennenden Kohlen unter uns kommen!

Anna verſtand dies Lächeln und ſeine Bedeutung ſehr wohl. Sie wollte aber, daß Heiterkeit waltete...

Nein, ſagte ſie, man ſoll nicht lügen! Man kann in der Freude und auch im Schmerze zu unwahr ſein!