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dert dich nicht vor den Untiefen der Laſter, in die du leider ſchon haſt einblicken dürfen?
Selma wandte ſich ab und weinte.
Wenn es wahr iſt, ſagte Ackermann, daß Egon eine einfache Bürgerliche, wie Melanie Schlurck, hei⸗ rathen könnte, ſo entſtand in dir vielleicht der Ge⸗ danke: Er iſt nicht ſtolz, ohne Vorurtheile, er iſt edel, er könnte auch dich lieben! Aber ich beſchwöre dich, Kind, gib dieſe Träumereien auf! Vertheidige ihn nicht! Laß ihn hinfahren in ſeiner regelloſen Ko⸗ metenbahn! Reine Naturen würden ſich nur in ſeiner Nähe verſengen. Und wär' es ein Engel und die Tugend ſelbſt, Selma, höre ein Wort deines Vaters, ein ernſtes, du darfſt ihn nicht lieben!
Selma richtete das traurige Auge fragend und er⸗ ſtaunt zum Vater.
Ich darf ihn nicht lieben?
Nie! Nie! wiederholte dieſer. Du darfſt ihn nicht lieben! Und nun genug!
Selma war von Ackermann erzogen, wie man Kinder erziehen ſoll. Er verlangte Gehorſam. Keine Furcht, aber Heſin Und doch folgte ſie nur da, wo ſie überzeugt
Ihr kluges, fragendes Aufblicken bei dieſem un⸗ ſaugn Nie! Nie! des Vaters durfte dieſen nicht befremden; doch wider ſeine Gewohnheit blieb er ihr 30*


