die Gründe ſeines unbedingten Wortes ſchuldig, wie— derholte es noch einmal und warf Selma in einen
Zuſtand der Zerriſſenheit,
der ſie um ſo unglücklicher
machte, als ſie ſah, daß auch der Vater litt und in
jene melancholiſche Stimmung verfiel,
die ſie ſonſt ſogleich bemüht war, an ihm zu verſcheuchen.
Heute
zum erſten Male ſtand ihr kein Scherz zu Gebote. Sie lehnte ſich in die Ecke und weinte— der Vater ſah auf die durchnäßten, öden, traurigen Felder— der Wagen fuhr ſo hin— mit dieſem Winter ſtarb Selma Alles; denn warum ſollte ſie nicht lieben, auch
ohne Hoffnung, jemals zu beſitzen?
Die Weihnachtszeit kam heran und brachte kleine
Weihnachtsfreuden.
Ein Tannenbaum flimmerte den
Pfarrerskindern; aber die Hoffnung, der Vater käme ſelbſt,
erfüllte ſich nicht.
Neujahr brachte wieder Froſt. Es
war Winter und blieb Winter, auch in den Ge⸗
müthern. nahm ihren Unterricht fort. dete, hoffte.
Ackermann las und ſchrieb viel. Oleander dichtete, dul⸗ Fränzchen erfuhr ſelten etwas von Louis.
Selma
Heinrich Sandrart hatte zu Weihnachten nicht kom⸗ men können, da der politiſchen drohenden Stürme wegen keine Beurlaubungen gegeben wurden. Er
ſchrieb öfters an Heuniſch, der im Frühjahr Auflöſung der immer kranken Urſula erwartete und
ſicher die


